Samstag, 20. Juni 2009

ART

Wow, die ART-Basel hat die Stadt und ihre Kulturmitarbeiter wieder arg mitgenommen...
Eigentlich läuft diese weltgrößte Kunstmesse hier nur sieben Tage, aber nicht nur das gesamte Messegelände lädt zum Kauf von echten Koons oder Chagals ein, überall in der Stadt werden sämtliche Räume zu Präsentationen von Galerien aus aller Welt. Ein Kulturzentrum in einer alten Brauerei zieht mit Tanzschule, Trommelstudio und Töpferkurs komplett aus, um der Kunst Platz zu machen, ein Sportplatz wird per Zelt in ein Galerienzentrum umgewandelt, die Markthalle ebenso, kurz: Die Stadt steht Kopf, überall nur noch hippes Volk, welches ab Mittag bis in den Abend die Stände der Kunstgalerien belagert und sich nachts auf diversen Parties und Events im Smaltalk übt. Und am Vormittag werden die Basler Museen bestürmt. Wenn man in einem solchen Museum arbeitet, werden die Vormittage zur Tortour, es erscheinen Kunststernchen (Verkäufer wie Macher) aus aller Welt mit vagen Vorstellungen was es zu sehen gibt, aber mit großen Ansprüchen was sie sehen wollen... Als Museumsmitarbeiter hat man also größte Mühe, diese Zeit im eigenen Haus zu überstehen, natürlich will man aber ebenso auch alles mitbekommen, was Basel in dieser Zeit zu bieten hat. Im Gegensatz zu dem sehr bescheidenen zurückgezogenen Leben, welches ich hier sonst führe, erinnert mich die ART an mein Berliner Umfeld, zusammengepreßt auf eine Woche.
Eine Woche, für die sich lieber Besuch angekündigt hatte. Die Freundin aus Mexico hat ihre ehemalige Galerie hier betreut, die große Freundin hat sich etwas freigenommen, um im hiesigen Trubel zu baden (denn auch Frankfurt ist nicht soo wild...) und schließlich melden sich noch zwei ehemalige Kolleginnen aus den Berliner Museen, die sich (inzwischen aus Hamburg und Mailand kommend) auf halber Strecke in Basel zum Theater treffen wollten (ja, das Basler Theater ist ziemlich gut) und erstaunlicherweise kein Zimmer mehr fanden. Aber ich hab ja sehr gerne Besuch...
Eigentlich erstaunlich, daß ich Zeit für Ernährung und Schlaf gefunden habe. Meine Familie in Berlin muß mich für total verschollen gehalten haben. Ich bin also ziemlich froh, daß der Alltag endlich wieder eingekehrt ist. Und doch hab ich's wieder genossen!

Berlin, Basel und ich

Ein Berliner in der Fremde

So sieht's aus!

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