Freitag, 15. Mai 2009

Doppelsteuern

Wie kann man doch produktiv sein, wenn man nicht zum Geldverdienen vor die Tür muß. Ich habe einen Haufen Wäsche gemacht, dazu Fenster geputzt und den Schreibtisch aufgeräumt, das heißt, die Stapel durchsortiert und ne Menge im Papiermüll abgelegt (was wiederum heißt, ich habe alles in Packeten auf den Balkon gestellt, denn Papiermüll kann man hier nicht wegwerfen wann man will wie in Berlin, nein, er wird einmal im Monat abgeholt) ...
Das Beste jedoch ist, daß ich meine Steuererklärung für den Schweizer Bund und den Kanton Basel Stadt gemacht habe. Ich bin superstolz, daß ich es nur zwei Wochen nach Ablauf der Frist geschafft habe. Jetzt kann ich mich an meine deutsche Steuererklärung machen. Ich habe also die normalen monatlichen Steuerabzüge in Deutschland, die mich ja trotzdem nicht vor einer jährlichen Steuererklärung bewahren, und zahle außerdem die üblichen Steuern in der Schweiz, die aber nur einmal für's ganze Jahr nach der Steuererklärung erhoben werden. Nach diesen zwei Steuererklärungen fülle ich dann aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen beiden Ländern auch noch je ein Sonderformular aus, womit ich die zuviel gezahlten Steuern zurückerstattet bekommen sollte...
Tja, mühsam und gleich vier mal ein ähnliches Prozedere, aber das ist der Preis, wenn man in einem anderen Land lebt als man arbeitet.
Und wieder sehr schöne Helvetismen im Schweizer Amtsdeutsch: Eine uneheliche Lebensgemeinschaft wird Konkubinatsgemeinschaft gennannt!
annekin piperiver (Gast) - 21. Mai, 16:00

Konkubinatsgemeinschaft? ohne Witz???

Nachtreise - 25. Mai, 13:25

ohne Witz! Das steht so in den offiziellen Steuererklärungsformularen!!!
Lisbeth (Gast) - 22. Mai, 16:50

sehr schön! Konkubinen waren immer sehr mächtige und auch weise Frauen!

Nachtreise - 25. Mai, 13:27

Für meine Begriffe ist dieser Ausdruck im Deutschen ziemlich negativ konotiert. Ich habe damit sehr schlüpfrige Assoziationen und empfinde "uneheliche Lebensgemeinschaft" als irgendwie neutraleren Ausdruck...
Lisbeth (Gast) - 26. Mai, 22:55

Früher waren Konkubinen die einzigen Frauen die Bildung erhalten haben. (Mann wollte ja unterhalten werden!) how ever.... immerhin wurden sie unterrichtet! Und so waren sie oft Beraterinen, oft auch in politischen Fragen. Und dass Sex mit einer gebildeten Frau spannender ist als mit einer ungebildeten..... Letzlich war es das patriachale System, vor allem durch die Kirchen geprägt, das diesen schlüpfrigen Beigeschmack gewollt hat. Und ist es nicht oft so das Begriffe die selbstbestimmte Frauen bezeichnen einen negativen Touch haben? Siehe Emanzipation!

Berlin, Basel und ich

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