Freitag, 11. Januar 2008

Razzia-Nachtrag

Ich habe vergessen, eine vorweihnachtliche Begebenheit zu erwähnen, die sich dereinst in der Adventszeit des Jahres 2007 im kleinen süddeutschen Städchen Weil am Rhein zugetragen hat. Man muß sich vorstellen, daß der damalige Grenzverkehr zwischen Deutschland und der Schweiz zwar möglich war, aber durch die Überlagerung mit einer EU-Außengrenze doch strenger unter Beobachtung stand als in weiten Teilen Europas. Gleichzeitig gab es für bestimmte Waren oder Dienstleistungen in beiden Ländern ungleiche Entlohnungen, so daß die findigen Einwohner der Region dies jeweils zu ihrem Vorteile zu nutzen wußten, auch wenn dafür Gesetze übertreten wurden. So kam es, daß eigens in der Zeit der Päckchen und Pakete der Schweizer Zoll die Postfiliale des kleinen deutschen Städtchens stürmte, um all die an ihnen vorbeigebrachten Waren, die die Schweizer nur etwas billiger als Geschenk versenden wollten, beschlagnamten, wenn sie denn hätten verzollt werden müssen. Das taten sie auch, wenn die Pakete nur etwas preiswerter wieder in die Schweiz gesendet werden sollten. "Razzia in der Post" titelten die Tagblätter, woraufhin ich mir sofort Drogendealer, Prostituierte und allerlei Mafiosis in der kleinen Post vorzustellen begann.
575 mal gelesen

Berliner in der Schweiz

Berlin ist ein Zauberwort in der Schweiz. Ich habe es inzwischen mehrfach bemerken können. Es war der Schlüssel zu meinen ersten Bekanntschaften im Chor, auf der WG-Party über mir waren wir zu Sylvester sofort von berlinsüchtigen Schweizern umgeben, nachdem das Wort gefallen war und überhaupt: Sie beginnen plötzlich ganz uneidgenössisch zu plappern, sich im Lob der Stadt und der Schilderung ihrer eigenen oder nur aufgeschnappter Erlebnisse dort zu überschlagen.
Kürzlich wieder. Ich mußte nun endlich mal wieder zum Coiffeur (Friseur) und habe eine ziemlich junge Dame abbekommen. Während ich in dieser (für mich nur notwendigen, aber keinesfalls unterhaltsamen Situation) in Berlin von den Damen gewöhnlich über alles mögliche ausgefragt worden bin (beruflicher Werdegang, Familienstand usw.) schwieg die Schweizerin. Während sie in den langen Zotteln herumfuhrwerkt, will ich mich dafür entschuldigen (auch so eine Krankheit von mir) und teile ihr mit, daß ich bisher noch immer versucht habe, in Berlin zum Friseur zu gehen, es an Weihnachten jedoch nicht mehr geschafft habe. Die Kleine verändert sich völlig und monologisiert anschließend von einem Wochenaufenthalt in Berlin. Es ist wirklich faszinierend, wie meine Heimatstadt die Leute hier beeinduckt. Ich habe nur zunehmend Schwierigkeiten, auf die Fage zu antworten, wieso ich denn von Berlin weg ausgerechnet hierher gezügelt bin und ob es nicht ein harter Schritt für mich sei. Zu ehrlich darf man vor allem beim Beantworten letzterer Frage nicht sein, andererseits darf man für positive Aussagen über die Schweiz/Basel auf keinen Fall Worte wie "niedlich" verwenden. Ganz schlecht! Aber ich arbeite noch an einer (auch für Schweizer plausiblen) Antwort.
431 mal gelesen

Berlin, Basel und ich

Ein Berliner in der Fremde

Aktuelle Beiträge

Mönch in der Zelle
Oh wie habe ich mich gefreut, den Effizienzdruck im...
Nachtreise - 16. Sep, 08:38
Rutschpartie am Hönggerberg
Was soll ich sagen: Ich bin glücklich! Das Wetter in...
Nachtreise - 16. Sep, 07:28
Leben im Zug
Als Berliner kann ich pendeln grundsätzlich ersteinmal...
Nachtreise - 15. Sep, 03:01
Leben vor dem Zug
Wenn man täglich eine lange Strecke pendelt, dann stellen...
Nachtreise - 16. Mai, 01:08
Freitags TGV
Die Schweiz ist ein Pendlerland. Ausserdem arbeiten...
Nachtreise - 15. Mai, 13:42

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Links

Suche

 

Status

Online seit 6427 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 16. Sep, 08:38

Credits


Berlin - Basel
Grenzgeschichten
Gute Gründe zu gehen
Helvetismen
Orgakram emotional betrachtet
Pendlergeschichten
Schweizer Leben
Tage wie dieser
WG-Leben
Zwischenleben
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren