Donnerstag, 6. März 2008

Ämtergang

Ich liebe es, ein Sonderfall zu sein. Heute habe ich meinen freien Tag nicht nur für den Abwasch der Reste des gestrigen Menus verwendet, nein, ich durfte auch mal wieder auf ein Basler Amt.
Schon vergangene Woche habe ich nach einer zweistündigen Sitzung, dem Nahtod meiner Personalverantwortlichen, die auch noch nach der technischen Einheit für Widerstand heißt, und einer Dreier-Telephonkonferenz mit ihr und dem zuständigen deutschen Finanzamt einen Antrag auf beschränkt einkommenssteuerplichtig gestellt, damit ich eben nicht in Deutschland, am Arbeitsort veranlagt werde. Steuerrechtlich gilt hier europaweit der Wohnort, für mich also auch noch ein anderer Staat. Krankenversicherung zahlt man hingegen am Arbeitsort... Tss...
Dem deutschen Finanzamt reicht meine Abmeldung von Berlin und der Schweizer Auslänerausweis nicht. Heute nun habe ich von der Kantonalen Steuerbehörde Basel Stadt eine Ansässigkeitsbescheinigung in dreifacher Ausfertigung eingeholt.
Ich war sehr beeindruckt, wie schnell alles von statten ging, ich mußte kaum warten, gar nicht soo viel erklären und habe sofort das richtige bekommen. Und das ohne irgendwelche Gebühren abzudrücken, wie ich es in vielen Fällen von den Berliner Behörden gewohnt bin...
Wenn sie jetzt noch dafür sorgen könnten, daß man sich am Treppengeländer der Behörde nicht so nen tierischen elektrischen Schlag einfängt, wäre es insgesamt betrachtet ne echt nette Angelegenheit gewesen.
597 mal gelesen

Verunsicherung

Das kommende Wochenende planend, halte ich Rückblick auf das vergangene mit einer Reise nach Colmar in Frankreich und Freiburg in Deutschland, dem Besuch des Isenheimer Altares und eines phantastischen Chorkonzertes (Cantus Freiburg) sowie einer Schweizer Erstaufführung im Theater (Verbrennungen). Die kulturelle Askese ist nicht -wie befürchtet- eingetreten in Basel.
Ich habe nahezu alle neuen Aufführungen am hiesigen Theater vor oder unmittelbar nach der Premiere gesehen (besonders empfehlenswert: Orfeo), auch ein paar ältere Inszenierungen, dann auch im Kino einige Independent Filme, die hier auch ausschließlich in Originalsprache laufen, mal ganz zu schweigen von den vielen Basler Museen und ihren Sonderausstellungen...
Trotzdem, als ich am vergangenen Samstag durch Freiburg lief, eine Stadt von ähnlicher Größe wie Basel mit Uni und Musikhochschule, ging ich staunend die Straßen entlang, bewunderte die vielen Kneipen und Cafés, deren angenehm gedämpfte Beleuchtung und eher gemütliche statt überstylte Ausstattung. Ich war echt begeistert und überrascht darüber! Gebe ich nach und nach meine Berliner Großstadtmaßstäbe auf, wenn mich eine Stadt wie Freiburg, die ich schon immer schön, aber nie aufregend fand, so fasziniert? Am Ende des Abends mußte ich deswegen herzlich lachen.
Dieses Wochenende wird schlichter, geplant ist nur ein Symphoniekonzert in einem der angeblich akkustisch besten Säle Europas (sagen die Basler), dem hiesigen Musiksaal im Stadtkasino. Ich werde berichten.
451 mal gelesen

Berlin, Basel und ich

Ein Berliner in der Fremde

Aktuelle Beiträge

Mönch in der Zelle
Oh wie habe ich mich gefreut, den Effizienzdruck im...
Nachtreise - 16. Sep, 08:38
Rutschpartie am Hönggerberg
Was soll ich sagen: Ich bin glücklich! Das Wetter in...
Nachtreise - 16. Sep, 07:28
Leben im Zug
Als Berliner kann ich pendeln grundsätzlich ersteinmal...
Nachtreise - 15. Sep, 03:01
Leben vor dem Zug
Wenn man täglich eine lange Strecke pendelt, dann stellen...
Nachtreise - 16. Mai, 01:08
Freitags TGV
Die Schweiz ist ein Pendlerland. Ausserdem arbeiten...
Nachtreise - 15. Mai, 13:42

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Links

Suche

 

Status

Online seit 6427 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 16. Sep, 08:38

Credits


Berlin - Basel
Grenzgeschichten
Gute Gründe zu gehen
Helvetismen
Orgakram emotional betrachtet
Pendlergeschichten
Schweizer Leben
Tage wie dieser
WG-Leben
Zwischenleben
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren