Täter und Opfer
Ich bin heute Zielscheibe einer deutschfeindlichen Beschimpfung geworden. Auf dem Heimweg mit einer netten deutschen Kollegin trafen wir im Tram eine liebe schweizer Kollegin mit ihrem Mann. Freudiges Erkennen und Austausch des Wohin und Woher in Hochdeutsch/Schriftdeutsch folgten. In der Bank vor mir dreht sich eine schlecht gekleidete alkoholisierte Frau von ca. 45 Jahren herum und fängt an ausgerechnet die schweizer Kollegin zu beschimpfen. Ich nehme ritterlich alles auf mich in dem ich lüge, der einzige Deutsche hier zu sein, die Schweizerin kontert mit Baseldütsch. Ich soll aufstehen und aussteigen und muß mir anhören, ich solle nach Israel gehen, da würde ich mehr Stutz verdienen (Solche Nazianspielungen sind DER Klassiker). Ich kann nur wahrheitsgetreu sagen, daß ich gar nicht in der Schweiz arbeite sondern hier nur Steuern zahle. Dann steigt die Frau aus.
Tja, unter den Ausländern in Basel (ca 30% Ausländeranteil, durchschnittlich 20% in der gesamten Schweiz) haben die Deutschen im vergangenen Jahr die Exjugoslaven überrundet und stellen inzwischen laut meiner Migrationszeitung die größte ausländische Gruppe dieser Stadt. Vor allem in akademischen (auch in Museen und Theatern) und medizinischen Berufen sind heute mehr Deutsche als Schweizer in Basel beschäftigt.
Als Berliner kann ich solche "Angriffe" loker an mir abprallen lassen, ich bin aus dortigen öffentlichen Verkehrsmitteln aber auch durch die Arbeit vor allem im Pergamonmuseum einiges gewöhnt. Trotzdem, die überall unterschwellige Angst der Schweizer vor dem "übermächtigen" großen Nachbarn ist deutlich da und es ist nicht immer leicht, damit umzugehen, zu den eher unbelieben Völkern zu gehören.
Tja, unter den Ausländern in Basel (ca 30% Ausländeranteil, durchschnittlich 20% in der gesamten Schweiz) haben die Deutschen im vergangenen Jahr die Exjugoslaven überrundet und stellen inzwischen laut meiner Migrationszeitung die größte ausländische Gruppe dieser Stadt. Vor allem in akademischen (auch in Museen und Theatern) und medizinischen Berufen sind heute mehr Deutsche als Schweizer in Basel beschäftigt.
Als Berliner kann ich solche "Angriffe" loker an mir abprallen lassen, ich bin aus dortigen öffentlichen Verkehrsmitteln aber auch durch die Arbeit vor allem im Pergamonmuseum einiges gewöhnt. Trotzdem, die überall unterschwellige Angst der Schweizer vor dem "übermächtigen" großen Nachbarn ist deutlich da und es ist nicht immer leicht, damit umzugehen, zu den eher unbelieben Völkern zu gehören.
Nachtreise - 11. Mär, 21:23
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