Harfenklänge
Gestern abend fand in meinem Stadtquartier in Basel ein besonderes Ereignis statt. Das St. Johann gehört mit hohem Ausländeranteil, einigen Industriebrachen und seinem alten Bahnhof zu einem Sanierungsgebiet in Basel. Seit über 30 Jahren ist hier eine nördliche Autobahnumfahrung Basels gebaut und unter die Erde verlegt worden. Die sogenannte Nordtangente hat zur Beruhigung des Viertels beigetragen, die langwährenden Bauarbeiten haben die Entwicklung des Stadtteils aber stark behindert. Das Quartier soll durch Alleenpflanzungen, öffentliche Grünanlagen, eine Rheinprommenade usw. aufgewertet werden. Das Projekt Nordtangente-Kunsttangente wertet auf andere Weise auf, indem es die Bewohner ermutigt, sich den öffentlichen Straßenraum anzueignen. Das führte am gestrigen Abent ab 21 Uhr zu einer sehr surrealistischen Situation.
An einer großen befahrenen Kreuzung (Hünninger Strasse Ecke Elsässer Strasse) wurde vor einem der Eckhäuser eine Hebebühne aufgestellt und eine Harfe samt Harfinistin in wallendem Haar und bodenlangem Kleid emporgewuchtet. Vor dem dritten Obergeschoß des Hauses gab sie einem am offenen Fenster stehenden Mann ein halbstündiges Ständchen. Auf der Kreuzung, auf den Verkehrsinseln und Gehwegen sammelten sich Zuhörer und lauschten ihr mit Blick auf die dramatisch beleuchtete Szene in luftiger Höhe.
Der nächtliche Verkehr wurde vor allem durch die Menschenansammlung stark irritiert, selbst für die langsam vorbeifahrenden blieb die Harfe jedoch meist unsichtbar. Ich würde zugern wissen, wie sich die Passagiere der vorbeifahrenden Trams fühlten, als während ihrer Durchquerung der Situation ein Stück beendet war und tosender Beifall aufbrauste. Ich erinnere mich nur an ungläubige Gesichter hinter den Scheiben...
Ebenso vorbeiziehende Fußgänger, Mopedfahrer oder Rollerblader.
Ich bin hell begeistert wie man einen solch alltäglichen und unschönen Ort im Stadtgefüge durch so wenige Mittel poetisch umdeuten kann und eine völlig neue Realität schafft. Und zum Glück: Es wird noch weitere sogenannte "Ghost Notes" geben. Infos findet Ihr hier.
An einer großen befahrenen Kreuzung (Hünninger Strasse Ecke Elsässer Strasse) wurde vor einem der Eckhäuser eine Hebebühne aufgestellt und eine Harfe samt Harfinistin in wallendem Haar und bodenlangem Kleid emporgewuchtet. Vor dem dritten Obergeschoß des Hauses gab sie einem am offenen Fenster stehenden Mann ein halbstündiges Ständchen. Auf der Kreuzung, auf den Verkehrsinseln und Gehwegen sammelten sich Zuhörer und lauschten ihr mit Blick auf die dramatisch beleuchtete Szene in luftiger Höhe.
Der nächtliche Verkehr wurde vor allem durch die Menschenansammlung stark irritiert, selbst für die langsam vorbeifahrenden blieb die Harfe jedoch meist unsichtbar. Ich würde zugern wissen, wie sich die Passagiere der vorbeifahrenden Trams fühlten, als während ihrer Durchquerung der Situation ein Stück beendet war und tosender Beifall aufbrauste. Ich erinnere mich nur an ungläubige Gesichter hinter den Scheiben...
Ebenso vorbeiziehende Fußgänger, Mopedfahrer oder Rollerblader.
Ich bin hell begeistert wie man einen solch alltäglichen und unschönen Ort im Stadtgefüge durch so wenige Mittel poetisch umdeuten kann und eine völlig neue Realität schafft. Und zum Glück: Es wird noch weitere sogenannte "Ghost Notes" geben. Infos findet Ihr hier.
Nachtreise - 17. Aug, 13:55
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