Tatort Luzern
Seit einem halben Jahr ist die Schweiz stolz darauf: nach mehrjähriger Pause wird es wieder einen Schweizer Tatort geben. Diese beliebte Sonntagssendung, die von SF und ORF übernommen wird und auch unter Eidgenossen einige Fans hat, wird einen neuen Schauplatz bekommen. Die zumindest vom Ausland aus gesehen Schweizerischste aller Schweizer Städte, eine Stadt in der Innerschweiz, eine Stadt nahe dem Rütli und dem Bergpanorama, welches auch im Saal des Schweizer Parlaments als Wandgemälde zu sehen ist: Luzern.
Viel Anspruch schwingt mit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren, die Schweiz als touristische Destination zu profilieren (mit Verbrecherjagden?), und auch Österreich nicht länger nachzustehen, welches auch einen eigenen Tatort an die ARD sendet. Deutsche Freunde verwechseln diesen zwar immer mit einem Schweizer Tatort, aber die Schweizer wissen, daß Wien und auch kleinere Tiroler Orte tatsächlich nicht zur Eidgenossenschaft gehören.
In diesem Jahr wurde nun endlich der neue Schweizer Tatort abgedreht, in Luzern, mit einer Schweizer Schauspielerin Sofia Milos, die auch bei CSI Miami mitmischt, und das internationale Flair der Schweiz unterstützen soll. Seit einigen Wochen geistert aber die Absetzung dieses bereits abgedrehten Streifen durch die Feuilletons. Das Bundesamt für Kultur hat seine Förderung zurückgezogen, weil der deutsche Drehbuchautor nicht die Qualitätsansprüche der schweizerischen Kulturförderung erreicht hätte. Nathalie Wappler, die Kulturchefin des Schweizer Radio und Fernsehens, hatte den Film in mehreren Punkten als mangelhaft kritisiert und die Ausstrahlung zunächst abgesagt. In Frage standen die Hauptdarstellerin und/oder der Regisseur Markus Imboden und die klischeehafte Darstellung Luzerns. Die für Mitte April geplante Ausstrahlung wurde nun mit einer deutschen Produktion ersetzt. Zu wenig Promotion für die Schweiz oder zu viel Klischee lauten die Begründungen, zu viel Sex zwischen den Hauptdarstellern, zu wenig Luzern, zu schlechte Schauspieler, kein Witz und keine Spannung wurde geklagt. Neudreh oder Retouchen sollen den ersten Schweizer Tatort seit 10 Jahren doch noch sendefähig machen. Man wird nicht schlau aus den Meldungen zu diesem Tatort, in die sich nun auch die Luzerns Tourismusdirektor Marcel Perren eingeschaltet hat.
Titel dieser Folge, die inzwischen auch ungesendet als nationaler Skandal bezeichnet werden kann, ist ironischerweise "Wunschdenken".
Viel Anspruch schwingt mit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren, die Schweiz als touristische Destination zu profilieren (mit Verbrecherjagden?), und auch Österreich nicht länger nachzustehen, welches auch einen eigenen Tatort an die ARD sendet. Deutsche Freunde verwechseln diesen zwar immer mit einem Schweizer Tatort, aber die Schweizer wissen, daß Wien und auch kleinere Tiroler Orte tatsächlich nicht zur Eidgenossenschaft gehören.
In diesem Jahr wurde nun endlich der neue Schweizer Tatort abgedreht, in Luzern, mit einer Schweizer Schauspielerin Sofia Milos, die auch bei CSI Miami mitmischt, und das internationale Flair der Schweiz unterstützen soll. Seit einigen Wochen geistert aber die Absetzung dieses bereits abgedrehten Streifen durch die Feuilletons. Das Bundesamt für Kultur hat seine Förderung zurückgezogen, weil der deutsche Drehbuchautor nicht die Qualitätsansprüche der schweizerischen Kulturförderung erreicht hätte. Nathalie Wappler, die Kulturchefin des Schweizer Radio und Fernsehens, hatte den Film in mehreren Punkten als mangelhaft kritisiert und die Ausstrahlung zunächst abgesagt. In Frage standen die Hauptdarstellerin und/oder der Regisseur Markus Imboden und die klischeehafte Darstellung Luzerns. Die für Mitte April geplante Ausstrahlung wurde nun mit einer deutschen Produktion ersetzt. Zu wenig Promotion für die Schweiz oder zu viel Klischee lauten die Begründungen, zu viel Sex zwischen den Hauptdarstellern, zu wenig Luzern, zu schlechte Schauspieler, kein Witz und keine Spannung wurde geklagt. Neudreh oder Retouchen sollen den ersten Schweizer Tatort seit 10 Jahren doch noch sendefähig machen. Man wird nicht schlau aus den Meldungen zu diesem Tatort, in die sich nun auch die Luzerns Tourismusdirektor Marcel Perren eingeschaltet hat.
Titel dieser Folge, die inzwischen auch ungesendet als nationaler Skandal bezeichnet werden kann, ist ironischerweise "Wunschdenken".
Nachtreise - 20. Mär, 12:58
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