Dienstag, 5. Mai 2009

Aufgeben

Nein, Berlin ist noch lange nicht aufgegeben. Aber für meine schöne Wohnung im P-berg ist die Zeit langsam abgelaufen. Die Untermieterin ist ausgezogen und ich habe meine Waschmaschine und den letzten Kleinkram herausgenommen. Vom Balkon aus über die Straße der netten Nachbarin gewunken, die wie immer beim Umtopfen, Eintopfen, Pflanzen betreuen und Telefonieren auf ihrem Balkon war. Ich weiß bis heute nicht, wie sie heißt, wir haben uns auch nie von Nahem gesehen, nur immer von Balkon zu Balkon...
Im Hausflur sind mir die fröhliche Kunststudentin, die Grafikerin, die katholischen Rentner mit dem türkischen Schwiegersohn und der Photograph von oben - von dem die gruselige Nachbarin immer behauptete, er zerhacke Menschen - begegnet und alle freuten sich, daß ich wieder da sei, man zog mich in die Wohnungen, bot mir Getränke an, die Cellistin der Philharmoniker spielte gegenüber auf ihrem Instrument und alles war soo friedlich. Basel ist auch friedlich, aber auf einem anderen Niveau. In Berlin sind Frieden und Ruhe nie langweilig...
Und vernünftigerweise muß ich die Wohnung aufgeben, dabei ist sie für mich (so leer sie auch ist) die letzte Möglichkeit, mich in mein altes Leben zu kuscheln. Ein Leben mit Menschen, die man lange kannte, in einer Stadt, deren Stimmung ich mir aussuchen konnte, wenn ich an die entsprechenden Orte fuhr. Die Schließung der größten Unvollkommenheit durch eine volle Stelle in einem Museum hat ein neues Leben gebracht. Ein neues Leben mit anderen Unvollkommenheiten.
Sind das zu hohe Ansprüche ans Leben oder einfach notwendige Motoren, um sich zu verändern und tatsächlich am Leben zu bleiben?
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Ausreißen

Berlin war mal wieder fällig. War über den ersten Mai 5 Tage in der großen Stadt, nahezu incognito, aber sehr entspannt. Das Haus meiner Eltern ist ein Feriendomizil am Rande der Stadt, wo man Hörspielen und Hörbüchern lauschen kann, eine breite Auswahl an Weltliteratur und Musik hat, aber auch gutes Essen und liebevolle Sorge genießen kann! Wunderbar.
Trotzdem, Berlin war noch nicht weit genug, das sträflich vernachlässigte Patenkind samt Großfamilie sollte mal wieder besucht werden, dafür ging es nach Greifswald. Also einmal Deutschland diagonal! Von Südwesten nach Nordosten. Ein riesiges Land, echt. Bis Berlin mit dem Zug, ab da per Mutti-Auto und immer mit dabei: Ein Elephant. Ja, ein Elephant. Kein Synonym für einen mitreisenden Menschen, nein, ein Elephant aus Polypropylen zum Sitzen und Klettern, größer als das 2,5-jährige Patenkind, in einer Kiste soo groß und unhandlich, daß ich zum Gespött zum Hingucker aller Mitreisenden wurde. Das gesamte Mutter-Kind-Abteil hat immer wieder fröhliche Ausflüge zur "Elephantenkiste" unternommen.
Mein Highlight: Endlich einmal wieder das Meer zu sehen (ja, ja, es war nur der Bodden, aber salzig und endlich mal kein Fluß!) und den flachen weiten Horizont genießen.
By the way: Braucht jemand Donnerkeile?
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Nie ist es ganz richtig

Tja, so ein schöner Urlaub wird nicht von allen neidlos hingenommen und wenn man schon eben erst ganz ausgeruht ist, kann man ja um so mehr arbeiten... So passiert ab einschließlich Gründonnerstag bis zum 1. Mai kaum ein freier Tag... ich fühle mich ja sonst immer sehr belastbar und fit, aber zwei halbe Stellen sind eben nicht 100% Arbeit sondern deutlich mehr, egal, ob es Spaß macht oder nicht. Jedenfalls habe ich auf die nette Dienstreise zur Möbelmesse nach Mailand verzichtet, um zwischendrin wenigstens einen Tag für mich zu haben. Auch Freundlichkeit braucht sich auf und ist nicht unendlich vorhanden, sogar bei mir. Und kurieren kann ich mich fast nur durch Alleinsein und Ruhe. Komisch, oder?
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Berlin, Basel und ich

Ein Berliner in der Fremde

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