Tage wie dieser

Samstag, 6. März 2010

Mir ist schlecht!

Da habe ich genau heute vor einer Woche in München eine Pralinenschule besucht. Sechs Stunden haben zwölf Laien unter fachkundiger Leitung Carnache hergestellt und Schokolade geschmolzen und beides zu Schichtpralinen, Nuss-Kaffee-Pralinen, Champagner-, Himbeergeist- und unalkoholischen Trüffeln verarbeitet. Gar nicht sooo schwer und wie am Kindergeburtstag haben wir mit Lebensmitteln rumgesaut, die gesamte Pralinenwerkstatt und uns mit Schokolade und Puderzucker verklebt. Trotz meiner genauen Fragen zu Luxemburgerli und Sprünglitrüffeln bin ich als Bewohner der Schweiz incognito geblieben...
Man muss aber doch wissen, was man hier im Schlaraffenland der Schokolade verzehrt und laut Sprüngli "sofort geniesst", oder? Demnächst werden auch die Werke in Zürich noch besichtigt. Hmmm.
Jeder hat jedenfalls über 700g Pralinen mit heim nehmen können. Und nun? Was damit tun?
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Montag, 9. November 2009

Es hat ein Ende

Seit über einem Monat nur Sechs-Tage-Wochen, die Geburtstagsfeier des Museums und Tag der offenen Tür, verschiedene Sonderveranstaltungen und alles in meiner Verantwortung! Jetzt ist alles gut über die Bühne gegangen, ich bin zwar zu müde, um glücklich zu sein, aber ich bin weder krank noch gefeuert. Ab dem übernächsten Wochenende werden es wieder zwei freie Tage pro Woche werden und ich freue mich so sehr darüber, dass ich mir heute eine Belohnung zugelegt habe.
Ich war in einem der kleinen Handschuhgeschäfte in Basel und habe mir Ersatz gekauft für die, welche ich von meiner Mutter bekam und die ich im letzten Winter in einer Bank habe liegenlassen. Mit persönlicher Bedienung, geschultem Blick auf meine Hände und Anprobehilfe (man kann anscheinend aus nahezu allem eine Show machen) habe ich genau gefunden, was ich wollte: Handschuhe, die die Hände nicht grösser erscheinen lassen, als den Kopf mit unauffälligen Nähten und nicht tailliert am Handgelenk. Ich glaube, nur eine Massanfertigung könnte besser sein. "Handschuhe seit 1865" - das ist ein Teil von dem, was ich an Basel mag, diese ungebrochene Tradition. Ein Berliner Geschäft, welches so lange überdauert hat, muss einem per se suspekt sein.
Manchmal, wenn es einen guten Grund gibt - auch wenn es nahezu dekandet wird, macht Einkaufen eben auch Spass...
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Montag, 17. August 2009

Harfenklänge

Gestern abend fand in meinem Stadtquartier in Basel ein besonderes Ereignis statt. Das St. Johann gehört mit hohem Ausländeranteil, einigen Industriebrachen und seinem alten Bahnhof zu einem Sanierungsgebiet in Basel. Seit über 30 Jahren ist hier eine nördliche Autobahnumfahrung Basels gebaut und unter die Erde verlegt worden. Die sogenannte Nordtangente hat zur Beruhigung des Viertels beigetragen, die langwährenden Bauarbeiten haben die Entwicklung des Stadtteils aber stark behindert. Das Quartier soll durch Alleenpflanzungen, öffentliche Grünanlagen, eine Rheinprommenade usw. aufgewertet werden. Das Projekt Nordtangente-Kunsttangente wertet auf andere Weise auf, indem es die Bewohner ermutigt, sich den öffentlichen Straßenraum anzueignen. Das führte am gestrigen Abent ab 21 Uhr zu einer sehr surrealistischen Situation.
An einer großen befahrenen Kreuzung (Hünninger Strasse Ecke Elsässer Strasse) wurde vor einem der Eckhäuser eine Hebebühne aufgestellt und eine Harfe samt Harfinistin in wallendem Haar und bodenlangem Kleid emporgewuchtet. Vor dem dritten Obergeschoß des Hauses gab sie einem am offenen Fenster stehenden Mann ein halbstündiges Ständchen. Auf der Kreuzung, auf den Verkehrsinseln und Gehwegen sammelten sich Zuhörer und lauschten ihr mit Blick auf die dramatisch beleuchtete Szene in luftiger Höhe.
Der nächtliche Verkehr wurde vor allem durch die Menschenansammlung stark irritiert, selbst für die langsam vorbeifahrenden blieb die Harfe jedoch meist unsichtbar. Ich würde zugern wissen, wie sich die Passagiere der vorbeifahrenden Trams fühlten, als während ihrer Durchquerung der Situation ein Stück beendet war und tosender Beifall aufbrauste. Ich erinnere mich nur an ungläubige Gesichter hinter den Scheiben...
Ebenso vorbeiziehende Fußgänger, Mopedfahrer oder Rollerblader.
Ich bin hell begeistert wie man einen solch alltäglichen und unschönen Ort im Stadtgefüge durch so wenige Mittel poetisch umdeuten kann und eine völlig neue Realität schafft. Und zum Glück: Es wird noch weitere sogenannte "Ghost Notes" geben. Infos findet Ihr hier.
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Dienstag, 11. August 2009

Und was macht das Sabinn?

Wie einige von Euch wissen, hatte ich unlängst Geburtstag, eine Schweizer Freundin gratulierte mir ganz ernsthaft zum Wiegenfeste! Den Vormittag über trafen etliche Telephonate von Familie und Freunden ein, das Lustigste war das mit meiner Schwester, denn zuvor hatte sich merkwürdiges ereignet...
Das Telephon klingelt, eine ältere Schweizerin am anderen Ende. Zu dieser Stimme fallen mir nur die zwei Cousinen meines Vaters im Aargau ein. Ich sage:" Oh, was für eine Überraschung!" Auf die Frage, wie es mir gehe, antworte ich wahrheitsgemäß "gut" und daß ich mir einen ruhigen Tag machen werde mit ausführlichem Frühstück und faulenzen, Anrufe entgegennehmen und vielleicht in die Therme gehen zum entspannen. Nach meinem kleinen Redefluß fragt sie: "Und das Sabinn?" (heißt: Sabine). Ich stutze einen Moment, erkläre ihr, daß es unter dieser Nummer niemanden dieses Namens gibt. Da mir mein Erzählanfall peinlich ist, erkläre ich außerdem, daß ich sie für eine Gratulantin aus der Verwandschaft gehalten habe, worauf hin sie mir natürlich höflich und steif gratuliert.
Wie peinlich!
Hinterher habe ich sehr gelacht und mir ausgemalt, was man auf ihre Frage alles hätte antworten können. Wie das Sabinn nach ihrem Suizidversuch erstmal nach Indien gereist sei um dort in ein Buddhistisches Kloster einzutreten, wie das Sabinn sich entschlossen habe, sich mit einem Café selbständig zu machen und dafür noch circa 10.000 CHF benötigt, wie das Sabinn mit einem transsexuellen Elefantendompteur durchgebrannt sei und so weiter und so fort... ;)
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Montag, 3. August 2009

in the office again

Oh wie herrlich ist ein Urlaub, der ein verlängertes Wochenende oder gar eine Woche überschreitet...
Fast 2,5 Wochen fort von Alltag, ich habe teilweise nicht nur Telephonnummernwissen, sondern auch Namen meiner (zahlreichen KollegInnen) verdrängt! Ich bin stolz auf mich!
Berlin, Nizza und Genua haben mich wie erwartet gut aufgenommen und boten die perfekte Abwechslung mit Kultur Strand und Wanderungen. Echt erstaunlich, was die Côte d'Azur und die "Industriestadt" Genua an unbedingt sehenswerten Museen beheimaten! Nur die italienische Bahn hat wie vorausgesehen die Rückfahrtpläne arg torpediert. In diesem Land reichen 45 min Umsteigezeit nicht aus, es ist mit einer Stunde Verspätung auf zwei Stunden regulär angegebene Fahrzeit zu rechnen. Ein Traum, wenn dann noch das Reinigungspersonal streikt...
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Montag, 20. Juli 2009

Erste Urlaubstage

einen Tag bettlägerig,
drei Tage später den Mitreisenden angesteckt,
anschließend großartig erholt.
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Mittwoch, 15. Juli 2009

Letzter Arbeitstag vor dem Urlaub

Definitive Zusage, dass mein Vertrag verlängert wird,
Kündigung der letzten nervigen Kollegin,
Vorstellungsgespräch 3h entfernt von Basel.
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Dienstag, 14. Juli 2009

Feuerwerk

Morgen ist der 14. Juli, Tag der französischen Revolution, 220 Jahre ist es dann inzwischen her. Vielen Dank! Mir hat dieses Ereignis heute ein schönes Feuerwerk eingebracht. Vom Wohnzimmer aus sah ich wieder die Lichterblumen über St. Louis, dem französischen Nachbarort. Heute aber ganz alleine, nicht wie letztes mal mit der Geigenfreundin und den Eltern. Und irgendwie bin ich darauf konditioniert während eines Feuerwerks zurückzublicken was war, vorauszuschauen auf zukünftiges. Nun sind es fast zwei Jahre Basel, mein Vertrag hier läuft aus, alles klingt nach Verlängerung, aber es gibt auch eine weitere Möglichkeit etwas nördlich von hier.
Was bringt das Jahr wohl noch? Wo werde ich im Herbst sein?
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Freitag, 10. Juli 2009

Wo die Arbeit hinfällt

Drei Sonderveranstaltungen in einer Woche!
Erst ein Treffen von Museumspädagogen anderer Häuser, welches bei uns stattfand, wo alle andern sich zurücklehnen und von mir erklären lassen konnten, was wir an Programmen für die Besucher bieten. Und das ganztags! zum Glück kann ich schon ganz toll mit PowerPoint umgehen...
Dann eine Matinée für Senioren, die immer ein neues Thema bieten soll, also mußte ich nur für diese Veranstaltung (und für mich selbst natürlich) ein neues Thema lernen und dazu zwei Stunden führen.
Und nun auch noch eine Begleitveranstaltung zur Ausstellung mit einem Gespräch zwischen unserem Kurator und einem Gast aus einem anderen Museum, den ich betreuen durfte.
Ich finde ja, daß ich dementsprechend heute auch mal früher gehen kann. So.
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Samstag, 20. Juni 2009

ART

Wow, die ART-Basel hat die Stadt und ihre Kulturmitarbeiter wieder arg mitgenommen...
Eigentlich läuft diese weltgrößte Kunstmesse hier nur sieben Tage, aber nicht nur das gesamte Messegelände lädt zum Kauf von echten Koons oder Chagals ein, überall in der Stadt werden sämtliche Räume zu Präsentationen von Galerien aus aller Welt. Ein Kulturzentrum in einer alten Brauerei zieht mit Tanzschule, Trommelstudio und Töpferkurs komplett aus, um der Kunst Platz zu machen, ein Sportplatz wird per Zelt in ein Galerienzentrum umgewandelt, die Markthalle ebenso, kurz: Die Stadt steht Kopf, überall nur noch hippes Volk, welches ab Mittag bis in den Abend die Stände der Kunstgalerien belagert und sich nachts auf diversen Parties und Events im Smaltalk übt. Und am Vormittag werden die Basler Museen bestürmt. Wenn man in einem solchen Museum arbeitet, werden die Vormittage zur Tortour, es erscheinen Kunststernchen (Verkäufer wie Macher) aus aller Welt mit vagen Vorstellungen was es zu sehen gibt, aber mit großen Ansprüchen was sie sehen wollen... Als Museumsmitarbeiter hat man also größte Mühe, diese Zeit im eigenen Haus zu überstehen, natürlich will man aber ebenso auch alles mitbekommen, was Basel in dieser Zeit zu bieten hat. Im Gegensatz zu dem sehr bescheidenen zurückgezogenen Leben, welches ich hier sonst führe, erinnert mich die ART an mein Berliner Umfeld, zusammengepreßt auf eine Woche.
Eine Woche, für die sich lieber Besuch angekündigt hatte. Die Freundin aus Mexico hat ihre ehemalige Galerie hier betreut, die große Freundin hat sich etwas freigenommen, um im hiesigen Trubel zu baden (denn auch Frankfurt ist nicht soo wild...) und schließlich melden sich noch zwei ehemalige Kolleginnen aus den Berliner Museen, die sich (inzwischen aus Hamburg und Mailand kommend) auf halber Strecke in Basel zum Theater treffen wollten (ja, das Basler Theater ist ziemlich gut) und erstaunlicherweise kein Zimmer mehr fanden. Aber ich hab ja sehr gerne Besuch...
Eigentlich erstaunlich, daß ich Zeit für Ernährung und Schlaf gefunden habe. Meine Familie in Berlin muß mich für total verschollen gehalten haben. Ich bin also ziemlich froh, daß der Alltag endlich wieder eingekehrt ist. Und doch hab ich's wieder genossen!
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Berlin, Basel und ich

Ein Berliner in der Fremde

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