Zwischenleben

Samstag, 10. November 2007

wie erwartet und doch überraschend

Ich hab's gewußt und am Mittwoch ist es soweit. Dann werde ich Rucksack und Koffer in die Wohnung der vom Schweizer Freund übernommenen Freundin bringen. Es ist Wohnung sieben unter den besichtigten der vergangenen Woche. Die übernommene Freundin war bei der Besichtigung soo nett, daß wir gleich noch auf der Baseler Herbstmesse waren (zur Erinnerung: eine Art Rummel- und Büdchenstadtfest) und da sie und ihr Freund schon Stück für Stück aus der Wohnung ausziehen, haben wir vereinbart, daß ich Stück für Stück einziehen werde... Erst ein eigenes Zimmer, dann zwei, dann drei und dann auch Küche und Balkon. Das wird schön. Zunächst als WG mit der übernommenen Freundin. Wir haben schon gemeinsam eine papierene Weihnachtskrippe und einen Adventskalender für die Küche erstanden. Ab Mitte Dezember habe ich die Wohnung für mich! Bis mein dreidimensionales Leben aus Berlin nachgereist ist, werde ich eine geliehene Matratze haben, einen geschenkten Tisch, aber keinen Stuhl oder irgendein Gefäß zum Essen, Trinken, kochen... Glücklicherweise sind nicht nur Herd und Spüle sondern auch Waschmaschine und Kühlschrank in schweizer Wohnungen festes Inventar. Ich werde also erstmal den Traum der großen Freundin verwirklichen und mir ein oder zwei leere Räume leisten. Da sie alle einen guten Schnitt und schönes Parkett haben, wird es eine Freude sein, sie auch in ungefülltem Zustand anzusehen....
Jeden Abend vorm Einschlafen richte ich die Wohnung mit meinen schon fast zwei Monate vermißten Möbeln ein. Vielleicht kann ich mich schon vor Weihnachten wieder in ein mein Bett legen....
542 mal gelesen

Montag, 22. Oktober 2007

Wochenend und ... ?

Sonnenschein war es nicht allein. Ich ging die Wege, die altbekannten, traf die Menschen, die langgeliebten, aber ich bin nur noch Gast, überall. Jeder wußte es längst, nur ich begreife erst jetzt: Ich bin fort.
565 mal gelesen

Montag, 8. Oktober 2007

Die Zukunft läßt auf sich warten

Recht heimisch bin ich schon wieder geworden in Basel. Und doch ist meine Zukunft hier ja noch immer nicht sicher. Meine Bewerbung nach Magdeburg ist noch nicht abgelehnt. In dieser Woche sollte nun (fast zwei Monate nach dem Vorstellungsgespräch) die Wahl des Wunschkandidaten endlich in allen entscheidenden Gremien bestätigt worden sein. Was auch immer die Ursache ist, als ich mich heute ungeduldig freundlich per Fernsprecher erkundigte, wer von uns drei Kandidaten wohl das Rennen gemacht hätte, wurde ich wiederum vertröstet. Ich will jetzt die Vor- und Nachteile der beiden Stellen (der hier in Museum und der bei der Stadt Magdeburg) und vor allem Wohnorte nicht vergleichen, ich hätte nur gerne endlich die Gewissheit, mich irgendwo einrichten und niederlassen zu können. Und schon aus Selbstschutz, ganz automatisch, mache ich das inzwischen hier, wo ich seit zwei Wochen arbeite, lebe und in die hiesigen Welten eintauche. Man kann diesen Zwischenstop auf der Reise auch gar nicht anders durchhalten.
576 mal gelesen

Samstag, 6. Oktober 2007

Startschuß!

Heute hatte ich meine erste Führung. Nachdem ich gestern noch den ganzen Abend die Lebensgeschichte des amerikanischen Designerpaares Charles und Ray Eames gelesen und die unterschiedlichen Kunst- und Werkstoffe ihrer bahnbrechenden Möbelentwürfe, deren zitliche Entstehung und die Feinheiten der Fertigung gelernt hatte, war vormittags um 11 Uhr meine Stunde gekommen. Und ich war echt zufrieden mit mir.
Ich habe zwar einige Jahreszahlen grob als frühes oder spätes Jahrzehnt angeben müssen, aber keine Fakten vergessen, die mir wichtig erschienen. Das finde ich immer schlimm, wenn einem hinterher noch Unmengen einfallen. Ich war ganz motiviert und glücklich.
Am Nachmittag ging es gleich so weiter und ab der nächsten Woche führe ich nicht nur die Eames-Ausstellung, sondern auch über den Architekturcampus. Zaha Hadid, Alvaro Siza, Nicolas Grimshaw, Jean Prouvé, Buckminster Fuller und Tadao Ando sind die Architekten, deren Werke ich bis dahin mitsamt einiger Lebensdaten draufhaben muß.
Richtig gruseln tut es mich vor der in meiner ersten Woche hier angelaufenen Ausstellung zu Le Corbusier. Das wird noch einmal sehr sehr umfangreich. Diese Ausstellung ziht auch sehr vorgebildetes spezielles Publikum an. Da habe ich aber noch ca. zwei Wochen Schonfrist.... Ein Glück auch! :)
444 mal gelesen

Mittwoch, 26. September 2007

Erste Tage

Muenster-mit-Flagge

Basel. Oh war ich froh, wieder hier zu sein! An meinem ersten Tag gings früh los ins Museum. Dort ein neuerliches Personalgespräch und Beratung zu Rentenversorgung, Pensionskasse u.ä.
Ansonsten hab ich noch Schonzeit, laufe mit den Führungsdamen mit und lausche und lerne. Es ist schon ne Menge, was ich mir an Inhalt raufdrücken muß. Immerhin werden sieben z. T. zweistündige Führungen angeboten, dann die Namen der über 15 Führungsdamen. Ja, ich bin der Hahn im Korb und mit einer Kunststudentin der Jüngste. Und DAS ist echt eine ganz gute Erfahrung. Auch daß ich von allen wie der Messias empfangen werde, als große Entlastung und Hilfe und, da der Tratsch in diesem Arbeitsklima offenbar blüht, wissen auch alle immer schon, daß ich ganz toll bin und mein Weg auf diese Stelle quasi eine Fügung des Schicksals. Na mal sehen,wie lange sie das glauben. Hehe. :)
Museum
Mein Museum
Es ist wunderbar warm, so daß ich den ganzen Tag, der auch viel draußen stattfindet, im T-Shirt rumlaufe und am ersten Tag gleich meine Jacke vergessen hab... Mit dem Schlüssel für die WG und dem Ausweis für die Grenzkontrolle. Bin aber an dem Abend und am nächsten Morgen zum Glück nicht kontrolliert worden...
Oh und dann Basel! Hab jetzt jeden Abend einen langen Spaziergang u den vertrauten schönen Orten gemacht, um endlich zu begreifen, daß ich wieder da bin. Die Stadt ist soo schön! Aber, dazu später mehr!
486 mal gelesen

Abschied und Abfahrt

Oh, man. Es war ja klar, es würde nicht leicht werden. Aber, es blieb gar keine Zeit zum Jammern. Eine so große Wohnung wie die meine, die zudem von einem Sammler und Seltenwegwerfer bewohnt wird, läßt sich nicht leicht auflösen. Die Bücherkartons kamen dann doch noch knappe 40 Stunden vor meiner Abreise aus Berlin und ich habe es tatsächlich geschafft, sämtliches Mobiliar und Gedöns im "Kleinen Zimmer" unterzustellen/zu stapeln. Dann eine Abschiedsfeier am letzten Berliner Abend im leeren Wohnzimmer. Zu wenig Zeit, sich jedem zu widmen, aber allzu dankbar über jedes vertraute Gesicht, das den Weg gefunden hat.... Jeder macht ernste Pausen bei der Verabschiedung, ich versuche fröhlich zu bleiben und sage: Auf bald! War das ne Lüge? Wer weiß.
Nachts um 3 das Sofa zu fünft rübergewuchtet, von dem ich in meinem grenzenlosen Selbstbewußtsein annahm, es am morgen mal eben allein zu machen... Putzen bis zum Ende und Aufbruch zum Brunch beim Schwesterlein. Leere Wohnung, Tür zu und los.
leeres-Zimmer
Dank Eltern viel zu früh am Bahnhof, die Stimung schlägt um und wird nun doch traurig. Aber ich kann den selbstgewählten Abschied von der Stadt, nämlich von Ostbahnhof nochmal durch die gesamte Stadt und ihre Bauwerke zu rauschen kaum genießen: Ich bekomme meinen Koffer im Abteil nicht unter. Selbst gemeinsam mit dem Schaffner sind wir nicht in der Lage ihn auf die Ablage zu hiefen. Und wenn, hätte niemand meiner 2 Sitznachbarn irgendein Gepäckstück unterbringen können. Reisen die Menschen heute nicht mehr mit Koffern?? Das Ding mit aller Habe für den nächsten Monat wird also weit entfernt im Gang untergebracht. Die Fahrt war dank gesprächiger Mitreisender nicht nur erholsam und ich war auch noch der Auslöser für diese Verbrüderng, da ich meine Bahnkarte mit sicherem Schwung im Sitz versenkte und nur mithilfe einer rüstigen Schwäbin die Polster herunterreißen und das flüchtige Ding wiedererlangen konnte. Ab da war das Eis gebrochen...
Nach 7 Stunden Ankunft in Basel in der Jungs-WG, beziehe den Spitzboden und falle bald und viel zu zeitig in tiefen Schlaf.
488 mal gelesen

Sonntag, 16. September 2007

Zum letzten Mal

Schloss-Charlottenburg
Heute war mein letzter Arbeitstag in Berlin: Schloß Charlottenburg, sehr früher Beginn, Sonnenschein und Pause schlafend im Park. Auf der Museumsinsel war ich am Freitag das letzte Mal, in der Alten Nationalgalerie, die sich mit dem Bodemuseum den Rang "Lieblingsmuseum" teilt. Ein letztes Mal die Dienstpforte, ein letztes Mal Pause in der Kantine, auf den Stufen der Freitreppe. Sonne, schön, seufz. :)
455 mal gelesen

Mittwoch, 12. September 2007

Fantasie de la nuit

Etwas unglaubliches ist passiert. Nachdem ich nun den Vertrag für die Stelle bei Basel unterschrieben retourniert habe, konnte ich erfahren, im Kampf um die Magdeburger Stelle nur noch zwei Konkurrenten zu haben. Und nun? Die Entscheidung fällt dort in vier Wochen, vierzehn Tage nach dem Antritt der Stelle bei Basel. Ist das zu fassen? Über ein Jahr schlägt man sich mit Studentenjobs und unzähligen Bewerbungen um die Ohren. Jede Art von Berufseinstieg wäre mir willkommen gewesen, zum Teil unvorstellbar uninteressante Aufgaben in den langweiligsten Orten. Und plötzlich...
Plötzlich gibt es zwei kompromisslos tolle Möglichkeiten. Möglichkeiten, die meinen Geist gefangen nehmen und mich nicht schlafen lassen. Inzwischen war die Wohnungssuche in Basel so weit gedien, daß ich schon Photos und Grundrisse von favorisierten WG's oder sogar Einraumwohnungen auf meinem PC gespeichert habe. Die Suche ist nach anfänglichen Schwierigkeiten gut angelaufen! Ich spinne mir aus, wie sich meine Möbel in den Räumen zueinander finden, wie ich mein Leben mit den neuen Mitbewohnern oder in den eigenen vier Wänden gestalten kann. Bei jeder Adresse entsteht das Bild der Gegend, die Möglichkeiten der Radstrecke zum Museum, zu den Freunden und ähnliches mehr vor meinem inneren Auge. Ich phantasiere herum und genieße mein zukünftiges Leben in der Schweiz. Und nun muß ich mit einer Wohnung dort womöglich warten, bis Magdeburg mich abgelehnt hat. Ansonsten geht's nochmal zurück in den Norden. Währenddessen nimmt mein Leben in Berlin zunehmend ungemütlichere Formen an. Die Geigen-Freundin hat die indische Bank nebst Tisch zu sich genommen, mein Schwesterchen etwas Geschirr und meine Hausbewohner beglücke ich mit im Treppenflur abgestellten Büchern, Taschen usw. zum Mitnehmen.
Und nun plötzlich muß ich meine Phantasie neu ordnen. Wo könnte man wohl in Magdeburg wohnen? Kann ich die Elbe dort so genießen wie den Rhein in Basel? Dort kenne ich auch noch niemanden, habe es aber ca. 5 Stunden näher nach Berlin, um Freunde zu treffen. Es gibt einige neue Dinge zu bedenken...
Auch eine Phantasiezukunft kann ein fester Bestandteil von uns werden und kann neuen Gegebenheiten nur mit einigem Aufwand angepaßt werden....
452 mal gelesen

Donnerstag, 30. August 2007

Wirbelwoche

CIMG0662
Manchmal fließt das Leben ruhig dahin und läßt uns Träumen und Wünschen wie alles sein sollte, dann wieder, viel seltener jedoch übernimmt das Leben uns und wirbelt alles so sehr durcheinander, daß man gedanklich gar nicht mehr nachkommt.
Bei mir in der letzten Zeit wie folgt:
Alles fing mit der Hochzeit des Trompeten-Freundes an. In Italien, bei Venedig, ich als Trauzeuge dabei. Auf dem Weg in den Süden habe ich Freunde aus meiner Schweizer Zeit besucht und auch die Kollegen meines damaligen Museumspraktikums. Große Freude und totaler Aufruhr: Wir haben ne Stelle frei, ideal für Dich, bewirb Dich doch, ich bring Dich zur Leiterin, warte, komm mit, ist das nicht ein Zufall? Das muß was bedeuten... Ich bewerbe mich tatsächlich, bin angetan von dem Enthusiasmus und der Aussicht wieder in dieser schönen Gegend zu leben. Dann letzte Woche die mail. Sie wollen ein Vorstellungsgespräch, Reise nach Basel, zwei Tage später die Zusage, ich schmeiße das unbezahlte Praktikum mit den intriganten Kollegen und fühle mich soo frei. das ist wenige Tage her, inzwischen hab ich für meine schöne große Wohnung ne Untermeterin und weiß auch über die Steuern in der Schweiz bescheid. Ich organisiere wie in Trance, nehm es noch nicht so ernst, wie Freunde, die schon viel besser begriffen habe, daß ich weggehen werde. Ich bin manchmal noch ziemlich hier,ohne anderen Blick, ganz alltäglich und dann am Abend fällt mir ein, was in der kurzen Zeit bis Mitte September noch zu leisten ist...
635 mal gelesen

Berlin, Basel und ich

Ein Berliner in der Fremde

Aktuelle Beiträge

Mönch in der Zelle
Oh wie habe ich mich gefreut, den Effizienzdruck im...
Nachtreise - 16. Sep, 08:38
Rutschpartie am Hönggerberg
Was soll ich sagen: Ich bin glücklich! Das Wetter in...
Nachtreise - 16. Sep, 07:28
Leben im Zug
Als Berliner kann ich pendeln grundsätzlich ersteinmal...
Nachtreise - 15. Sep, 03:01
Leben vor dem Zug
Wenn man täglich eine lange Strecke pendelt, dann stellen...
Nachtreise - 16. Mai, 01:08
Freitags TGV
Die Schweiz ist ein Pendlerland. Ausserdem arbeiten...
Nachtreise - 15. Mai, 13:42

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Links

Suche

 

Status

Online seit 6427 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 16. Sep, 08:38

Credits


Berlin - Basel
Grenzgeschichten
Gute Gründe zu gehen
Helvetismen
Orgakram emotional betrachtet
Pendlergeschichten
Schweizer Leben
Tage wie dieser
WG-Leben
Zwischenleben
Profil
Abmelden
Weblog abonnieren