Die nette Japanerin aus dem Bureau hat es gewagt: Die Hitze hat sie in den Rhein getrieben. Ganz Basel wirft sich wieder in den Fluß und läßt sich durch die City treiben.
Man kann sich seit dieser Woche bis Ende August jeden Dienstag sogar einem begleiteten Schwimmen anschließen. Schilder und Zeitungen weisen auf die sicheren Zonen sowie auf die Strudel und von Ausflugsdampfern und Lastkähnen befahrenen Wasserstraßen hin, es gibt eine Telefonnummer zur Anmeldung und ganz wichtig:
Einen Schwimmsack!
Zum Beispiel von Migros unter:
http://sektionen.slrg.ch/nw/bez4/basel/slrgbasel/Rheinschwimmen/Schwimmsack07.pdf
Oder von Basel Tourismus online zu bestellen unter:
http://www.basel.com/de/list.cfm?category=ShopBT&subcat=Souvenirs&item=316321
Nachtreise - 3. Jul, 23:25
Heute morgen die Neue Züricher Zeitung aufgeschlagen mit dem Wetterbericht für die kommende Woche: Sonne ohne Ende und knapp unter 30°C für die Nordwestschweiz! Da Basel immer noch eis biezeli mär heiß hat, wird's vielleicht bald was mit dem Rheinschwimmen!
Nachtreise - 29. Jun, 13:13
Seit der Wirtschaftskrise ist der Franken immer stärker geworden, der Euro hat im Vergleich an Wert verloren. Für jemanden, der in Deutschland verdient und das Geld viel in der Schweiz ausgibt, ist es nicht die beste Kursveränderung gewesen. Als ich heute für die monatlichen Rechnungen ein paar Abhebungen tätige, ist der Kurs endlich endlich mal wieder über 1,- Euro : 1,49 CHF, nämlich bei 1:1,54!
Juhuu!
Nachtreise - 26. Jun, 13:26
Ohne dass ich dieses Thema all zu sehr strapazieren will, habe ich hier einen schönen Artikel aus dem Berliner Tagesspiegel, den die in Portugal lebende Freundin gefunden hat. Es geht um Integrationskurse für Deutsche, die in der Schweiz leben. Und wie Ihr vielleicht schon bemerkt habt, ich glaube bei aller Albernheit ist es eben doch notwendig, einige grundsätzliche Dinge zu klären, damit nicht jeder die gleichen unangenehmen Erfahrungen macht... Nachzulesen
hier.
Nachtreise - 26. Jun, 11:38
Wow, die ART-Basel hat die Stadt und ihre Kulturmitarbeiter wieder arg mitgenommen...
Eigentlich läuft diese weltgrößte Kunstmesse hier nur sieben Tage, aber nicht nur das gesamte Messegelände lädt zum Kauf von echten Koons oder Chagals ein, überall in der Stadt werden sämtliche Räume zu Präsentationen von Galerien aus aller Welt. Ein Kulturzentrum in einer alten Brauerei zieht mit Tanzschule, Trommelstudio und Töpferkurs komplett aus, um der Kunst Platz zu machen, ein Sportplatz wird per Zelt in ein Galerienzentrum umgewandelt, die Markthalle ebenso, kurz: Die Stadt steht Kopf, überall nur noch hippes Volk, welches ab Mittag bis in den Abend die Stände der Kunstgalerien belagert und sich nachts auf diversen Parties und Events im Smaltalk übt. Und am Vormittag werden die Basler Museen bestürmt. Wenn man in einem solchen Museum arbeitet, werden die Vormittage zur Tortour, es erscheinen Kunststernchen (Verkäufer wie Macher) aus aller Welt mit vagen Vorstellungen was es zu sehen gibt, aber mit großen Ansprüchen was sie sehen wollen... Als Museumsmitarbeiter hat man also größte Mühe, diese Zeit im eigenen Haus zu überstehen, natürlich will man aber ebenso auch alles mitbekommen, was Basel in dieser Zeit zu bieten hat. Im Gegensatz zu dem sehr bescheidenen zurückgezogenen Leben, welches ich hier sonst führe, erinnert mich die ART an mein Berliner Umfeld, zusammengepreßt auf eine Woche.
Eine Woche, für die sich lieber Besuch angekündigt hatte. Die Freundin aus Mexico hat ihre ehemalige Galerie hier betreut, die große Freundin hat sich etwas freigenommen, um im hiesigen Trubel zu baden (denn auch Frankfurt ist nicht soo wild...) und schließlich melden sich noch zwei ehemalige Kolleginnen aus den Berliner Museen, die sich (inzwischen aus Hamburg und Mailand kommend) auf halber Strecke in Basel zum Theater treffen wollten (ja, das Basler Theater ist ziemlich gut) und erstaunlicherweise kein Zimmer mehr fanden. Aber ich hab ja sehr gerne Besuch...
Eigentlich erstaunlich, daß ich Zeit für Ernährung und Schlaf gefunden habe. Meine Familie in Berlin muß mich für total verschollen gehalten haben. Ich bin also ziemlich froh, daß der Alltag endlich wieder eingekehrt ist. Und doch hab ich's wieder genossen!
Nachtreise - 20. Jun, 12:36
Da war ich nun immer stolz, daß ich entgegen der Schweizer Normalität eine eigene Waschmaschine in meiner Wohnung habe. Ich muß mich nicht in einen Waschplan eintragen oder darunter leiden, wie andere Leute die Waschküche zurücklassen und mich heimlich nachts hinunterstehlen und entgegen der Hausordnung zur Schlafenszeit waschen, damit ich überhaupt mal wieder was sauberes anziehen kann. Nein, jeder, der in der Schweiz lebt und in meine Wohnung kommt sieht es gleich, es gibt eine Waschmaschine. Regelmäßig werde ich beneidet. Von diesen Extrafreuden muß ich mich nun verabschieden. Das Ding ist hin. Futsch. Einfach so. Pünktlich zum nahenden Besuchsmarathon. Dabei steht in der Garage meiner Eltern meine tadellose neue Maschine, in 900 km Entfernung.
Also habe ich gleich mal die Gemeinschaftsmaschine getestet heute. Sie ist wunderbar, viel größer als die defekte und schleudert auch besser. Zudem steht mir ein Trockner zur Verfügung!
Vielleicht lasse ich mich durch diese Qualitäten ja doch noch über den Verlust der typisch deutschen Individualität beim Waschen hinwegtrösten.
Nachtreise - 3. Jun, 23:55
So, die schöne Wohnung im Prenzlauer Berg ist dank meiner Schwester noch einmal für mich gerettet. Sie hat einen Untermieter gefunden, so daß ich mich nun doch nicht soo bald von der Wohnung trennen muß. Vernünftig wäre es ja bald mal, aber so glaube ich eben, daß ich immer noch ein Stückchen eigenes Berlin habe...
Nachtreise - 3. Jun, 23:40
Wie Heidi bin auch ich wieder aus der Schweiz nach Frankfurt gereist. Meine Clara sitzt nicht im Rollstuhl, sondern ist die große Freundin, die in einem dortigen Museum zur Eröffnung geladen hatte. Frankfurt ist nicht sehr groß, aber es ist von Basel aus gefühlt inzwischen etwas mehr Heimat, als es von Berlin aus war. Ich muß mich nicht ständig wegen meiner Sprache schämen und als Ausländer fühlen. Ich fühle, ich gehöre dazu und darf kritisieren ohne deswegen in Gefahr zu laufen, pauschal nur weil ich ein Deutscher bin als arrogant abgeurteilt zu werden. Auch die Zusammensetzung der Bevölkerung mit einem größeren Anteil um die 30 kommt mir vertrauter vor als in Basel. Aber das beste ist, dort jemanden zu kennen, den man schon lange kennt. Meine Basler Freundschaften sind längst nicht alle so zeiterprobt wie die zur großen Freundin, die dort übrigens Beeindruckendes auf die Beine gestellt hat.
Darf man auf jemand anderen stolz sein?
Nachtreise - 1. Jun, 23:44
Wenn im Schweizer Radio ein Überfall in einem Zug gemeldet wird und die Polizei angibt, sie suche Züge, fehlen keine Waggons, sondern Augenzeugen des Geschehens.
Nachtreise - 25. Mai, 17:48
Wie kann man doch produktiv sein, wenn man nicht zum Geldverdienen vor die Tür muß. Ich habe einen Haufen Wäsche gemacht, dazu Fenster geputzt und den Schreibtisch aufgeräumt, das heißt, die Stapel durchsortiert und ne Menge im Papiermüll abgelegt (was wiederum heißt, ich habe alles in Packeten auf den Balkon gestellt, denn Papiermüll kann man hier nicht wegwerfen wann man will wie in Berlin, nein, er wird einmal im Monat abgeholt) ...
Das Beste jedoch ist, daß ich meine Steuererklärung für den Schweizer Bund und den Kanton Basel Stadt gemacht habe. Ich bin superstolz, daß ich es nur zwei Wochen nach Ablauf der Frist geschafft habe. Jetzt kann ich mich an meine deutsche Steuererklärung machen. Ich habe also die normalen monatlichen Steuerabzüge in Deutschland, die mich ja trotzdem nicht vor einer jährlichen Steuererklärung bewahren, und zahle außerdem die üblichen Steuern in der Schweiz, die aber nur einmal für's ganze Jahr nach der Steuererklärung erhoben werden. Nach diesen zwei Steuererklärungen fülle ich dann aufgrund des Doppelbesteuerungsabkommens zwischen beiden Ländern auch noch je ein Sonderformular aus, womit ich die zuviel gezahlten Steuern zurückerstattet bekommen sollte...
Tja, mühsam und gleich vier mal ein ähnliches Prozedere, aber das ist der Preis, wenn man in einem anderen Land lebt als man arbeitet.
Und wieder sehr schöne Helvetismen im Schweizer Amtsdeutsch: Eine uneheliche Lebensgemeinschaft wird Konkubinatsgemeinschaft gennannt!
Nachtreise - 15. Mai, 19:32
Heute wäre meine Großmutter 100 Jahre alt geworden. Ihre drei Kinder haben sich vollständig mit Ehepartnern zum Mittag in Mecklenburg getroffen und den Geburtstag gefeiert.
Schön, nicht?
Nachtreise - 14. Mai, 19:50