Freitag, 21. Oktober 2011

Traumjob

Unsere neue Ausstellung hat eröffnet, ein aufwändiges Rahmenprogramm inclusive. Für mich bedeutet das allein bis Weihnachten sechs Samstage, die ich im Museum sein werde und mehrere Abendveranstaltungen, Freizeitausgleich ungewiss...
Kürzlich sagte jemand, ich hätte einen Traumjob. Manchmal muss ich mir das selbst auch wieder bewußt machen. Mit etwas Glück gibt es im kommenden Jahr eine Volontärin für mich. Den Traumjob gemeinsam mit einer zweiten Person zu schultern ist sicher angenehmer... :)
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Samstag, 24. September 2011

Basel hoch vier

Vier Jahre bin ich nun in Basel. Immer weniger fallen mir Schweizer Besonderheiten auf. Immer mehr wandern Helvetismen in meine Sprache. Mit genauerer Kenntnis wird meine Kritik schärfer und die Liebe nimmt zu. Das gilt für mein Museum ebenso wie für Basel und die Schweiz.
Berlin hingegen wird verklärt und verschwimmt zunehmend hinter einem nebeligen Vorhang, der für kurze Visiten plötzlich beiseite gerissen wird. Dann erstaunt mich inzwischen immer wieder, dass die Stadt auch ohne mich weitergelebt hat. Kinder gewachsen sind, Bäume gefällt oder Häuser gebaut. Die Details entgleiten mir. Mein Berlin wird zunehmend eines, dass nur in meinem Kopf und Herzen existiert.
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Montag, 19. September 2011

Sound of Berlin and Basle

Wie cool! Danke Dir, ChliiTierChnübler!

http://www.whudat.de/passanten-gefragt-welchen-song-horst-du-gerade-heute-berlin-basel/
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Kalt ist der Abendhauch

Seit gestern Abend ziehen kalte Lüfte durch Basel, in St Moritz hat es sogar 30 cm Neuschnee gegeben. Der Winter naht, dabei ist es doch noch Sommer...
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Sonntag, 18. September 2011

Berlin hat gewählt

Die Berliner haben gewählt. Ich nicht. Ich darf als Auslandsdeutscher nur noch an den Wahlen zum deutschen Parlament teilnehmen, nicht an Komunal- oder Landeswahlen. Und wieder ist es Wowereit geworden. Nicht Künast. Im Großen ist kein Wechsel geschehen. Dabei hat Berlin die höchste Arbeitslosenrate Deutschlands, kaum Industrie, die Mieten steigen exorbitant. Arm und sexy reicht anscheinend und wenn die Alternativen doch nur Schein sind, bleibt man lieber beim Gewohnten ... Ist das Berliner Toleranz oder Gleichgültigkeit? Vielleicht ist es Hoffnung oder der berechtigte Glaube anders wäre nichts besser?
Weiter im Kleinen, da gibt es erstaunliches. Die FDP ist draußen (dabei hat es so viele Reihenhäuser in Berlin) und die Piraten sind drin. Auch sie sind arm und sexy, jung und wild. Wie Berlin.
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Dienstag, 13. September 2011

Handwerker endlich

Mein Boiler ist defekt. Natürlich bevor der Besuch aus Berlin kommt. Meine Wohnung hat nur noch kaltes Wasser, Toilette und Dusche im Treppenhaus wie immer. Ich entdecke das Dilemma am Freitag morgen, einem sehr betriebsamen Tag im Museum. In der Mittagspause schreibe ich meinem Vermieter, der mich an eine Sanitärfirma seines Vertrauens vermittelt, die er zuvor über die Lage "orientiert" hat.
Handwerker. Ich rufe also sofort dort an und erreiche um 14 Uhr nur noch eine Sekretärin, die eigentlich gerade ins Wochenende starten wollte und erkläre ihr meine Lage. Die Chefs sind schon fort, sie kann den Terminkalender nicht einsehen und mir keine Hoffnungen für irgendeinen Tag der kommenden Woche machen, geschweige den für die Tage, an denen ich dem Museum fernbleiben kann...
Also Erinnerung zum Anrufen des Sanitärfritzen auf 7 Uhr am Montag ins Handy und Rasieren und Abwaschen mit dem je dreimaligen Nutzen des Wasserkochers. Daß ich für meinen Besuch Brunch und Abendessen anbieten will und das Geschirr wieder hübsch abwaschen möchte im Anschluss, ist dann auch schon egal.
Am Montagmorgen rufe ich an: Man kann mir nicht sagen wann und ob jemand für mich Zeit hat. Ich hinterlasse meine Telefonnummer. Natürlich werde ich nicht angerufen. Dann heute morgen: Mein Telefonterror nützt, der Chef persönlich wird nach seiner Mittagspause kommen, ich solle mich ab 13 Uhr bereithalten. Juhuu! Ist zwar mitten am Tag, aber was soll's!
Tatsächlich kam er um 13:30 Uhr und verschwindet ab und an, um dies und jenes zu besorgen.
Gerade ist er wieder weg, sein Koffer steht in der Küche, der Boiler ist nicht mehr klein und aus gelbem Kunststoff sondern groß und weiß. Auf jeden Fall schöner. Hoffen wir mal, daß er ebenso lange hält wie der aus den 70er Jahren, und hoffen wir, er kann Wasser erwärmen, immer vorausgesetzt, der Sanitärfritze wird heute noch fertig...
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Mittwoch, 7. September 2011

Euroanbindung

"Die Stärke der Schweiz ist ihre Schwäche geworden". So hat Angela Merkel die weitere Mitgliedschaft Deutschlands in der Eurozone verteidigt. Tatsächlich, die Schweizer Exportwirtschaft leidet. Dem Detailhandel (Einzelhandel) laufen die Kunden weg, die in der umliegenden Eurozone mit dem deutlich überbewerteten Franken günstig Lebensmittel und anderes kaufen. In Lörrach boomen alle Arten von Geschäften, Outdoorkleidung war kürzlich kaum mehr zu bekommen. Bereits Freitagmittag sind Alnatura und Aldi im deutschen Weil am Rhein wie leergefegt. Die Schweizer Kundschaft fällt seit Monaten wie Heuschreckenschwärme in Deutschland ein. Ich habe sogar schon Schweizer Coop-Mitarbeiter in ihrer Uniform in Deutschland einkaufen gesehen. Wer will es ihnen verdenken. Hingegen müssen Schweizer Arbeitnehmer teilweise pro Woche 2 Stunden länger arbeiten oder Lohnkürzungen hinnehmen, damit die Eurozone die Schweizer Waren überhaupt noch abnimmt...
Am Dienstag hat die Schweizer Nationalbank einen ernsten Schritt unternommen. Sie hat beschlossen, den Schweizer Franken an den Euro zu koppeln zu einem Kurs von mindestens einem Euro zu einem Franken zwanzig. Sofort ist der Kurs des Franken gefallen und hat diese Marke nicht mehr überschritten. Die Nationalbank will dazu Devisen in unbegrenzter Menge aufkaufen. Man fragt sich mit welchem Geld das passiert und was mit den aufgekauften Euros geschieht? Wahnsinn. Aber der überbewertete Franken tut der Schweiz anscheinend nicht gut. Auch wenn die Wirtschaft einen Kurs von einem Euro zu einem Franken vierzig fordert wird nochmals deutlich, die Marke von 1,20 kann nur die absolute Untergrenze sein.
Der Schweizer Alleingang inmitten der vereinigten Handelspartner bekommt dem Land nicht und ist gleichzeitig Symbol und Gefahr für die hiesige Wohlfahrt. Die Sonderstellung macht Probleme. Die Stärke hat sich in eine Schwäche gewandelt.
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Montag, 5. September 2011

zuhause

Die letzten beiden Wochenenden war ich im Norden. Die Mexiko-Freundin hat in Berlin im kleinen Kreis geheiratet und mein Schweriner Onkel ist gestorben. Ein Anfang und ein Ende beides mit meiner Vergangenheit verwoben. Beides war traurig und schön zugleich.
Die Hochzeit hat mich Menschen begegnen lassen, mit denen ich noch vor 10 Jahren in guter Verbindung stand. Jetzt hatten wir bereits ein Stück Leben hinter uns, den Schritt vom Studentendasein in die Erwachsenenwelt haben wir getan. Trotzdem, wenn man sich unfertig kennt, mit Zweifeln und Liebeskummer, dann wird man sich immer mögen und vertrauen, was auch aus uns werden mag.
Ähnlich bei der Beerdigung, an der viele Menschen meiner Kindheit, der Sommerferien in Mecklenburg, versammelt waren. Das war schön und bewegend, unabhängig vom Ereignis selbst. Immerhin, wer kennt mich noch als Kind? Wer kennt mich als Sohn meiner Eltern und Bruder meiner Schwester? Familie verbindet und spielt im Alltag eine eher untergeordnete Rolle.
Zwei bewegende Wochenenden, die mir den Basler Alltag wieder relativieren und viel Energie gegeben haben.
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Dienstag, 30. August 2011

Prenzlauer Berg im Niedergang

Bei meinem letzten Besuch in Berlin am vergangenen Wochenende hatte ich ein halbes Stündchen Zeit, um die altbekannten Häuser im Bötzowviertel, Winsviertel, um den Kollwitzplatz und den Helmholtzplatz zu schleichen. Nicht nur die sanierten Häuser werden immer mehr, auch altbekannte Bars weichen den Kinderläden, den Kinderbedarfsläden und den Secondhandläden mit Kindermode. Der P-berg ist ja auch in ganz Deutschland mit der höchsten Geburtenrate gesegnet.
Neuerdings ziehen überall Bioläden und sogar der größte Biosupermarkt Deutschlands (Senefelder Platz) ein. Aber dass der Knaack-Club nach 59 Jahren wegen Lärmbeschwerden der neuen Yuppie-Nachbarn schließen mußte und im Magnet-Club (beide ehemals an der Greifswalder Straße) ein Biomarkt eröffnet hat, sind deutliche Zeichen des Niedergangs meines Lieblingsviertels.
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Berlin, Basel und ich

Ein Berliner in der Fremde

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